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Artikel von 2005
 
 
January 16, 2005
They could be contenders
Who will eventually replace Pavarotti, Domingo and Carreras? Hugh Canning on the rising — and fading — stars
Auszüge
A week tomorrow, a likely candidate for tenor superstardom, the 27-year-old Maltese Joseph Calleja, returns to Covent Garden as the lovelorn Alfredo Germont in Verdi’s La traviata. Calleja is the Benjamin of a youthful trio of tenor totty — the others are the Mexican Rolando Villazon, 32, and the German Jonas Kaufmann, 35 — who seem predestined to shine in the age of DVD opera recordings. All are young, good-looking and more than presentable actors, with voices of distinctive, lyrical timbres.
...............Kaufmann made his London operatic debut last November, surprisingly, for a German tenor, in a revival of Puccini’s La rondine opposite Gheorghiu. He has been a fixture, in concerts and recitals, at the Edinburgh Festival, where I have heard him give wonderfully mature and beautifully sung accounts of Schumann’s Dichterliebe (Poet’s Love) and Schubert’s Die schöne Müllerin (The Beautiful Mill-Girl). He has a romantic stage presence, hardly looking German at all with his black, tousled locks and Mediterranean features and complexion. I caught him in Berlioz’s Damnation de Faust in Brussels and as Belmonte in Mozart’s Abduction from the Seraglio at the Salzburg Festival, both performances suggesting immense promise. I only attended the dress rehearsal of La rondine, but the reviews suggested that he held his own against Gheorghiu and looked the lovesick toy boy to perfection. Kaufmann doesn ’t have a record contract, but he can be seen and heard on DVDs of Paisiello’s Nina and Monteverdi’s The Return of Ulysses from the Zurich Opera. With the same company, he appears at the Royal Festival Hall twice this season as two troubled Roman emperors, Nero and Titus, in concert performances of Monteverdi’s L’incoronazione di Poppea (March 3) and Mozart’s La clemenza di Tito (May 1).
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Karriereplanung eines Sängers

Neue Züricher Zeitung, 24. Januar 2005

Gespräch mit Jonas Kaufmann im Foyer des Opernhauses
 
Der Tenor Jonas Kaufmann hat sich in Zürich als MozartInterpret eingeführt. Mit dem Florestan in «Fidelio» und der Titelrolle von Gounods «Faust» hat er inzwischen aber begonnen, auch in dramatischere Gefilde vorzudringen. Umso interessanter war es, dem Sänger am Samstagnachmittag bei einem Foyergespräch zu begegnen, wo er für die erkrankte Marijana Mijanovic einsprang. Die Fragen des Dramaturgen Michael Küster zielten primär auf den Verlauf von Kaufmanns Karriere ab.
Der in München geborene Sänger trat 1994 ein festes Engagement in Saarbrücken an. Doch nach nur zwei Jahren habe es ihn «in die Freiheit getrieben ». Die Zugehörigkeit zu einem Ensemble berge für einen jungen Sänger die Gefahr, dass er sich in allzu unterschiedlichen Partien verausgaben müsse, und erlaube es nicht unbedingt, langsam in ein bestimmtes Fach hineinzuwachsen. Das erste grosse Haus, an dem Kaufmann in verschiedenen Produktionen mitwirken konnte, war die Staatsoper Stuttgart. Unterdessen ist das Opernhaus Zürich sein Heimathafen; Kaufmann ist es im Hinblick auf sein Familienleben wichtig, einen solchen zu haben.
Ein Vorteil Zürichs ist laut Kaufmann die Intimität des Hauses. Hier erübrige sich die Sorge, ob man mit der Stimme den obersten Zuschauerrang erreicht. Gleichzeitig und diese Kombination erachtet Kaufmann als einmalig treffe er hier auf Sängerkollegen und Dirigenten, die sonst nur an den grössten Häusern tätig seien. Kaufmann möchte sich immer wieder neue Ziele stecken, zumal er die Zeit der Spezialisierung, in der ein Sänger mit einer Handvoll Partien durch die ganze Welt reist, für abgelaufen hält. Aber wenn er eine neue Rolle in Angriff nehme, sage er vorsichtshalber zunächst nur für eine Produktion zu. Im deutschen Fach ist nach dem Florestan und dem «Freischütz»Max noch «Kräftigeres» geplant.
Auch das französische Repertoire will Kaufmann weiterhin pflegen. Nach seiner Einschätzung habe er allerdings eine italienische Stimme, und in der Tat singe er oft in «La Traviata» und «La Bohème», wenn auch nicht in Zürich. Hier wird seine nächste Partie der Nerone in Monteverdis «L'incoronazione di Poppea» sein; im März ist er ausserdem mit Schuberts Liedzyklus «Die schöne Müllerin» zu hören.
Thomas Baltensweiler Opernhaus Zürich, 22. Januar. © Neue Zürcher Zeitung AG
 
 
Star-Tenor in der Provinz Würzburg
Drei Fragen an Jonas Kaufmann
MAINPOST Ausgabe vom 30.06.2005
 
Jonas Kaufmann (35) ist derzeit einer der gefragtesten Tenöre. Am heutigen Donnerstag um 20 Uhr singt er in der Würzburger Johanniskirche zusammen mit der Sopranistin Regina Klepper und dem Bassbariton Dietrich Henschel Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung". Noch in der Nacht reist der Vielbeschäftigte weiter nach Barcelona.

Frage: Herr Kaufmann, Sie haben es mittlerweile sogar auf die Bühne der New Yorker Metropolitan Opera geschafft - was reizt Sie an einem Auftritt in der Provinz? Jonas Kaufmann: Das mit der Provinz haben Sie gesagt. Ich war schon öfter hier und möchte die Stadt nicht als Provinz bezeichnen. Reizvoll ist das Konzert für mich, weil es eine Art Treffen unter Freunden ist. Ich habe mit Regina Klepper, Dietrich Henschel und auch dem Dirigenten Christian Kabitz schon früher zusammengearbeitet. Vielleicht findet sich ja sogar die Zeit zu einer Halben im Hofbräu-Garten.

1997 haben Sie am Würzburger Stadttheater den Tamino in der "Zauberflöte" gesungen. Seitdem hat sich viel getan in Ihrer Karriere. Erinnern Sie sich trotzdem noch an diese Inszenierung? Kaufmann: Oh ja. Ich erinnere mich zum Beispiel noch, dass die Drehbühne wie in lauter Tortenstückchen eingeteilt war. Und auch noch an die Raben, die wie Muppets- Figuren aussahen.

Sie singen nun in Würzburg ein Oratorium - fehlt Ihnen da die Bühnen- Aktion, die Sie bei Opern haben? Kaufmann: Es ist schon reizvoll, in Opernrollen zu schlüpfen und auf der Bühne Gefühle auch schauspielerisch auszuleben. Oft bleibt dann aber der musikalische Anspruch ein wenig auf der Strecke, der bei Konzerten oder Oratorien Vorrang hat. Ich möchte Liederabende oder
Konzerte keinesfalls missen. Sie machen etwa die Hälfte meiner Auftritte aus.

 

 
 
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